25 Jahre - Verlag Ille & Riemer GbR

Am 1. Juni 2001 wurde der Verlag Ille & Riemer gegründet – aus literarischer Leidenschaft und dem Willen, Texte selbst zu veröffentlichen. Im Juni 2026 feiern wir 25 Jahre unabhängiger Verlagsarbeit.

Beginn im Literaturkreis
Die Idee eines eigenen Verlags wuchs bereits in der Studentenzeit der Brüder Ille und der Brüder Riemer. In einem Literaturkreis entstand ein Arbeitszusammenhang, der von der gemeinsamen Lektüre und der kritischen Auseinandersetzung mit Texten geprägt war. Der kontinuierliche Austausch über Literatur schärfte nicht nur den Blick für Qualität, sondern weckte auch das Interesse an editorischen Fragen.
Im Rahmen eines Wettbewerbs, bei dem Studenten selbstverfasste literarische Werke einreichen konnten, ergab sich schließlich die Möglichkeit, das ausgezeichnete Werk zu veröffentlichen. Dank des Digitaldrucks konnte eine kleine Ausgabe realisiert werden, bereits mit eigener ISBN und professionellem Anspruch. Aus diesem Projekt gingen die ersten Überlegungen hervor, in Zukunft selbst zu verlegen.

Weißenfels als Ursprung
Prägend für die Frühphase war die enge Verbindung zu Weißenfels, der Heimatstadt von Jörg Riemer und Frank Fischer, die sich seit ihrer Jugend kennen. Die Auseinandersetzung mit dem literarischen Erbe der Region führte zur intensiven Beschäftigung mit dem aus Weißenfels stammenden Dramatiker Joachim Wilhelm von Brawe.
Insbesondere dessen Trauerspiel „Freygeist“ weckte den Wunsch nach einer editorisch wie gestalterisch zeitgemäßen Neuausgabe. Nachdem sich hierfür kein Verlag fand, kam der Gedanke auf: „Dann machen wir das selbst!“
Ungeachtet fehlender verlegerischer Vorerfahrung gründeten die vier Brüder den Verlag Ille und Riemer und realisierten gemeinsam mit Frank Fischer die neue Edition des Stücks. Diese wurde zur ersten Veröffentlichung des Verlags.
Bis heute bleibt Weißenfels ein zentraler Bezugspunkt der verlegerischen Arbeit. Jährlich erscheint der Weißenfels-Kalender, zudem widmen sich mehrere Titel im Sortiment der Geschichte und Kultur der Stadt. Regionale Themen bilden seitdem einen eigenständigen Schwerpunkt im Verlagsprogramm.

Verlauf der Verlagsarbeit
Die ersten Jahre waren von begrenzten finanziellen Mitteln geprägt. Gerade daraus entwickelte sich eine Arbeitsweise, die das Programm bis heute bestimmt: sorgfältige Auswahl, inhaltliche Begründung, langfristiges Denken.
Im Laufe der Zeit wuchs ein Netzwerk aus Autorinnen, Autoren und Kooperationspartnern. Das Sortiment erweiterte sich organisch: Regionalia, Satire, Fachliteratur und Kinderbücher bilden heute die tragenden Bereiche des Verlagsprogramms.
Auch in der Inhaberschaft gab es im Verlauf der Jahre Veränderungen. Bereits seit der Gründung dabei ist Jörg Riemer. Heute führt er den Verlag gemeinsam mit Markus Ruben Wiese, der seit 2011 mit dem Haus verbunden ist.

Verbindung zu Kurt Tucholsky
Es besteht seit Beginn der Verlagsgeschichte eine besondere Verbindung zu Kurt Tucholsky. Aus literarischer Faszination gegenüber dem Satiriker resultierten mehrere Titel, die sich mit seinen Werken auseinandersetzen.
Daraus entstand der enge Kontakt zur Kurt-Tucholsky-Gesellschaft. Aus einer Begegnung auf der Leipziger Buchmesse entwickelte sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit ebendieser. Seither erscheinen regelmäßig die Tagungsbände der Gesellschaft im Verlag sowie verschiedene Publikationen der Mitglieder.

Selbstverständnis
Seit 2001 gilt ein klarer Maßstab: Wir machen Bücher, von denen wir überzeugt sind.
Das Programm wird so gestaltet, dass sich die einzelnen Titel gegenseitig ergänzen und stützen. Dadurch ist es möglich, Publikationen, die kleinere, spezialisiertere Interessensbereiche ansprechen, umzusetzen.

In 25 Jahren ist ein vielfältiges Programm quer durch zahlreiche Genres entstanden – und wir sind noch lange nicht fertig. Zum Jubiläum präsentieren wir neue Bücher und frische Ideen – entdecken Sie unsere Neuerscheinungen auch live auf der Leipziger Buchmesse.
Wir freuen uns, mit Ihnen 25 Jahre Verlag Ille & Riemer zu feiern!

Über uns

Gegründet 2001, publizieren wir am Verlagsort Leipzig und profilierten uns in den Bereichen Geisteswissenschaften und Landesgeschichte Mitteldeutschlands. Dabei gilt der Grundsatz: Wir machen die Bücher, von denen wir überzeugt sind. Bei Verlagsgründung entstanden zunächst zwei Reihen:

ilri Bibliothek Mitteldeutschland
In dieser Reihe erscheinen Werke, die sich mit der lokalen und regionalen Kultur- und Landesgeschichte Mitteldeutschlands beschäftigen. Dabei werden Überblicksdarstellungen ebenso berücksichtigt, wie die Untersuchung einzelner Aspekte oder Orte. Kennzeichen der Reihe ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wissenschaftlichem Anspruch und allgemeiner Verständlichkeit, so dass wir sowohl dem interessierten Laien, als auch der historischen Forschung wertvolle Hilfsmittel in die Hand geben können.

ilri Bibliothek Wissenschaft
Wissenschaftliche Monographien und Sammelbände, bevorzugt jene, die im Umfeld der Universitäten Leipzig, Halle und Jena entstanden sind, werden in dieser Reihe herausgegeben. Auch wenn wir uns hier keine thematischen Schranken auferlegen, bringen es die persönlichen Interessen der Verleger mit sich, dass vorwiegend geistes- und sozialwissenschaftliche Werke erscheinen.

Heute publizieren wir außerdem regelmäßig Fach- und Sekundärliteratur zu Kurt Tucholsky, Satire, Literaturkritiken, Feuilletons, und Kalender. Seit 2021 gibt es eine Kinderbuchreihe und seit 2022 Bildbände mit dem Schwerpunkt Graffiti. Der Verlag arbeitet eng mit der Kurt Tucholsky Gesellschaft e.V. und der Bürgerstiftung Duisburg zusammen.